Schottland – Must-have auf meiner To-do-Liste
Jetzt sitzen wir am Flughafen in Edinburgh – viel zu früh, weil ich die Abflugdaten mit dem Hinflug verwechselt habe – und lassen unsere erste gemeinsame Reise Revue passieren. Viel zu schnell ist die Zeit an uns vorbeigeflogen. Nicht nur viele schöne Eindrücke und Bilder nehmen wir mit nach Hause, sondern auch den Wunsch nach mehr.
„Ihr kommt nicht wegen des Wetters nach Schottland“ – diesen Satz haben wir nicht nur einmal gehört. Nein, natürlich nicht. Ich wollte vor allem „alte Steine“ sehen. Dort stehen, wo vor Hunderten von Jahren das Leben ein ganz anderes war – vielleicht sogar spüren, wie es sich damals angefühlt haben könnte.
Auf unserem Weg haben wir alte Burgen, Kathedralen und die Unterwelten von Edinburgh besucht. Wir haben Fotos gemacht, kurz innegehalten und die Ruhe auf uns wirken lassen. Dann die Weite der Landschaft, die Berge – auch wenn sie durch den Nebel nicht immer in ihrer ganzen Pracht zu sehen waren – all das hat Eindruck hinterlassen.
Du fährst hier nicht einfach bequem mit dem Auto von A nach B. Wenn du Pech hast und die Tiefe der Schlaglöcher wegen des Regens nicht erkennst, nimmst du jedes verdammte davon mit. Oder du gerätst auf den unbefestigten, verschlammten Seitenstreifen, der so tief abfällt, dass du glaubst, stecken zu bleiben.
Ein Glück waren wir nicht mit unserem eigenen Fahrzeug unterwegs. Unsere Stoßdämpfer hätten mit Sicherheit ausgetauscht werden müssen. Auch die Breite der Straßen trägt ihren Teil dazu bei – oft sind sie nicht viel mehr als landwirtschaftliche Wege, zumindest im Vergleich zu den Straßen in Deutschland. Das ein oder andere Mal wurde es mit dem Gegenverkehr doch ziemlich knapp. Ein großes Lob an Thomas: Er hat uns souverän und ohne einen einzigen Kratzer durch unseren Trip manövriert.
Wettertechnisch haben wir fast alles mitgenommen. Vom strahlenden Sonnenschein bis hin zu Hagel durften wir die ganze Bandbreite des schottischen Wetters kennenlernen. Meine Hoffnung, das Regenzeug nicht benutzen zu müssen, löste sich bereits am dritten Tag in Luft auf. Von da an war es unser ständiger Begleiter – und es hat sich bewährt.
Außerdem mussten wir hier und da aufpassen, dass uns der Wind nicht von den Klippen riss. Besonders am Neist Point war es so stürmisch, dass „die Schafe keine Locken mehr hatten“. Apropos Schafe: Sie sind überall auf der Insel zu finden – auf Weiden, aber auch auf den Straßen. Freiheit für die Schafe wird hier anscheinend großgeschrieben.
Wir werden die Insel nun bald verlassen. Sie hat mich ein Stück weit verzaubert. Die Menschen und Tiere hier sind charmant, warmherzig und offen. Die Landschaft ist abwechslungsreich und beeindruckend. Alles wirkt ein wenig entspannter – kein Stress und, ja, es gibt sie noch: Rücksichtnahme.
Mit ein wenig Wehmut, aber vielen schönen Erinnerungen, kehren wir in unsere Realität zurück.
Wenn mich jemand fragt, ob ich wiederkehren würde, lautet die Antwort: absolut! Wir haben bisher nur einen Bruchteil der Insel und der Schätze gesehen, die Schottland zu bieten hat.
Auf bald.


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