Ich habe mit dem Blog etwas aufgeholt und schreibe ja zeitlich versetzt. Für diesen Blog-Eintrag nehme ich mir noch mehr Zeit, denn ich werde versuchen so gut es geht - alle Gefühle und Emotionen Euch zu vermitteln, die mich während meines zweiten Stopps wirklich gepackt haben. Das Foto ist der Einstieg. Nightshooting - am südlichsten Punkt des norwegischen Festlands. Mein Dachzelt - am Fuße des Leuchtturms. Ihr könnt Euch etwa vorstellen - was das mit einem Leuchtturmliebhaber wie mir macht. Also - hier geht es morgen weiter!
WETER GEHT´S:
Irgendwie freue ich mich innerlich nach Lindesnes zurückzukehren und mehr oder weniger hier die eTAPPE zum Abschluss zu bringen. Ich werde allerdings den Abschlusstag bereits in Kristiansand verbringen bzw. in Vennelsa, wo die recht bekannte Tommerrenna Flößerrinne zu finden ist. Sie ist nicht mehr in Betrieb und diente früher dazu, die schweren Baumstämme aus den Bergen ins Tal zu transportieren, in dem die Rinne mit Wasser gefüllt wurde. Heidepark lässt grüßen. Schon in der Anfahrt auf Lindesnes erschien die Spitze des Leuchtturms über den Felsen und das wirklich recht mittig, als sein dies genau für diesen "ersten" Blick arrangiert. Der Camper-Parkplatz war rappelvoll und es war viel Publikumsverkehr. Warum wundert mich das auch. Bereits Mitte Juni hatten die Sommerferien in Norwegen begonnen und seit dieser Woche auch weitere Bundesländer in Deutschland, wie z.B. Niedersachsen. Ich parkte rückwärts nahezu an der gleichen Stelle wie vor zwei Wochen und freute mich auf eine leckere Tasse Kaffee und einen Salted Caramel Muffin. Zwei Sätze noch zum Frühstück in Lista: Ich werde mich bei meinem nächsten Besuch intensiver mit der Geschichte einzelner Gemeinden im Vorfeld beschäftigen, dann ist das Fragezeichen über meinem Kopf kleiner, wenn ich mal wieder durch einen kleinen Ort fahre und mich in meine Zeit in den USA lebend zurückversetzt fühle. Überall Stars&Stripes, viele Gebäude US-amerikanisch geprägt, Schaufenster, ein Café und vieles mehr. Der Flughafen in Lista wurde früher von den US-Streitkräften sowie der NATO genutzt und somit lebten viele Familien auch dort, bzw. neue Familien wurden gegründet. Ein weiterer Grund ist die Rückkehr vieler Auswanderer, die im 19./frühen 20. Jahrhundert aus Südnorwegen ausgewandert sind und deren Nachkommen später teilweise zurückkehrten. Das Café war spitze - 100% US-Style und nicht ganz so zu meiner Freunde Maga überfüllt. In einem Nebenraum fanden mein Cappuccino und meine Cinnamon Rolls Platz auf einem kleinen Tisch, nebst meinem Laptop - denn der Ort eignete sich sehr gut, um den Blog zu schreiben. Währenddessen ich meinen Zuckerspeicher lud, tat vergleichbares das Auto draußen. Zurück nach Lindesnes.
Im Leuchtturm Café wurde ich mit einem Lächeln und einem "Welcome back" - how was your trip begrüßt. Kennt ihr das Gefühl, wenn ich zum Bäcker kommt und sie wissen, was du möchtest, weil du Stammkunde bist. So fühlte sich das an. Schön! Nur kurzer Stärkung nutze ich die Regenpause, um draußen an einer Felskante mein Fazit zu einem Fotorucksack mit Bild und Ton aufzuzeichnen. Dieses Unterfangen gestaltete sich schwierig, schienen doch der Dackelclub aus der Nachbarschaft sowie zehn müde Kinder sich hier gleich neben meinem Aufnahmeort verabredet zu haben. Übrigens es waren nur zwei Kinder, aber der Schall-Level hätte für zehn gereicht - mindestens. Alles gut - bisl Action hier tut ganz gut. Wie kam ich auch nur auf die blöde Idee, das hier drehen zu wollen. Es war Zeit für eine zweite Tasse Kaffee. Free Refill gab es hier, allerdings nur wenn man im Besitzt des Bechers ist. Doof gelaufen, den hatte ich entsorgt. Mit meinem besten Englisch versuchte ich der mir unbekannten Damen - zirka meine Alter - die Lage zu erklären. Sie schaute mich etwas skeptisch an und fragte mich in glasklarem und akzentfreiem Deutsch, aber wir nicht in dieser Sprache weitermachen wollten. Das löste recht schnell die Thematik des Bechers und sie fragte mich gleich, ob ich der Leuchtturmfotograf sei, der das schöne Foto dort überreicht hätte - wir hatten ein Thema und waren im Gespräch. Nach kurzem Plausch, wie man nach Norwegen gekommen sei und was ich so erlebt habe, sah ich meine Chance - jetzt oder nie, dachte ich mir. "Sage mal, bestünde die Möglichkeit mit dem Auto und dem Dachzelt unmittelbar oben neben den Gebäuden zu übernachten - also so am Fuße des Leuchtturms. Gleichwohl sie die Entscheidung nicht treffen konnte, rief sie kurzerhand den diensthabenden Leuchtturmwärter an, der sich sofort auf den Weg ins Café machte. Auch er kannte mich bzw. die Geschichte mit der Leinwand, die ich übergeben hatte. Meine Idee fand seine Zustimmung und keine 10 Minuten später stand das Übernachtungsgespann oben. Hättet ihr mich nur sehen können, wie ich mit breitem Grinsen total happy hinter dem Fahrzeug stand und mir in Gedanken schon die Fotoeinstellung für die Nacht überlegte und vor Augen führte. Das Wetter hatte allerdings nicht die Absicht bekundet sich in irgendeiner Form zu bessern. Leichter Nieselregen - den ganzen Nachmittag. Meine Versuche einen Videoblog-Beitrag aufzunehmen, zog sich etwas hin, sodass ich ganz gemütlich gegen 2300 Uhr meine Suppe auf dem Campingkocher warm machen konnte. In meiner Lebensmittelbox hatte sich ein Glas Würstchen versteckt - ein Festmahl stand an - passend zur Gelegenheit. Während ich einzelne Nudeln vom Löffel pustete - warum machen die auch so kleine Nudeln in die Suppe - war schon leicht zu erkennen, was ic fotografisch erwarten kann, denn die Lichtstrahlen des Leuchtfeuers waren ganz leicht zu erkennen. Nicht einer, sondern acht Strahlen erhellten ganz dezent den wolkenverhangenen Himmel. Die Feuchtigkeit in der Luft und der ganz leichte Regen helfen mit den richtigen Einstellungen wirklich großartige Bilder einzufangen. Was sich dann in den folgenden 4.5 Stunden abspielte passierte in meiner Welt binnen von Minuten, denn das Bühnenbild rund um den Leuchtturm änderte sich fast mit jedem Wimpernschlag - etwas übertrieben - du verstehst mich. Ich bemerkte gegen 0200 Uhr das es heller wurde und die Wolken sich anfinden leicht aufzulösen. Folgte mein Blick den Lichtstrahlen so touchierten sie den Horizont, immer in regelmäßigen Abständen und mit gleichbleibender Geschwindigkeit - was dabei hilft die Position der Strahlen vorherzusagen, um sie stilistisch in das Bild einzubauen. Schien cool und mega aufregend - jedenfalls für mich. Als der Niederschlag in Gänze aufhörte war es Zeit die Drohne in die Luft zu bringen. Vom Wind her ging es und auch wenn die Drohne nur über einen kleinen Fotosensor verfügt, so finde ich es immer wieder beeindruckend, was diese kleinen Dinger bei nicht optimalen Lichtbedingungen einfangen. Alles passierte - als gäbe es eine Choreografie, als spielen alle Bedingungen für mich und mein Wirken hier. Es war fantastisch. Ich bin bestimmt 5x hoch zum Leuchtturm und habe mir die für mich besten Positionen gesucht. Eine kleine Lampe am Eingang des Nebengebäudes strahlte hell und störte irgendwie. Die Lampe war im nächsten Moment das kleinste Problem, verirrten sich doch ein Vater mit zwei Söhnen aus Spanien hier noch oben. Alle hatten eine Kopflampe - Modell Flutlicht vor der Stirn und schauten hektisch nach links und rechts. Die Lichtstrahlen kreuzten mehrfach meine Augen und ich ließ mich zu einer kleinen verbalen Note hinreißen - auf Englisch - naja das f-Wort fiel auch - SORRY!
Kurz um - ich war fotografisch in meinem Element. Zeit spielte keine Rolle und ich schaute erst auf die Uhr, als ich die Ausrüstung im Auto verladen hatte und ins Dachzelt klettern wollte. Huuiii, dachte ich - 03:30 Uhr - das nenne ich mal spät. Aber keine Sekunde früher hätte ich zu Bett gehen wollen oder acuh nur eine Sekunde missen wollen. Ich war schon oben und da packte mich die Neugier - wie die Fotos wohl geworden sind. Ich nahm das Laptop und die SD-Karte und dann staunte ich nicht schlecht. WOW - dachte ich und damit möchte ich nicht verstanden werden, als jemand der sich selbst lobt. Doch ich sah Fotos, die mich einfach umhauten. Da waren auch noch drei Minuten für eine schnelle Bearbeitung drinnen, sodass ich meinen WhatsApp-Status mit einem gute Nacht-Gruß aktualisieren konnte. DANKE DANKE DANKE! Team Lindesnes Lighthouse! Ihr habt mir dieses Shooting ermöglicht. Wahnsinn!











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